Persönlicher Erfahrungsbericht der Präsidentin
Dr. Sigrid Blehle - 1998

Ich kam als relativ frische Juniorin zu diesem „Job“. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich z.B. weder eine Landeskonferenz noch eine Bundeskonferenz geschweige denn eine Europa- oder Weltkonferenz besucht. Mein Motto „Mitverantwortung für die Zukunft“ halte ich bis zum heutigen Tag für eine der zentralen Aufgaben der Wirtschaftsjunioren. Ich bin mit dem Bewusstsein, dass unsere Generation, die bereits in umfangreicher Weise Verantwortung übernimmt und den Karren in diesem Land aus dem Dreck ziehen muß, an meine Aufgabe herangegangen. Wichtig war es mir, die Wirtschaftsjunioren in Offenbach zu positionieren. Nach dem Motto „hier sind wir“ haben wir OB Grandke zum Thema der Altersversorgung seiner Mitarbeiter durch Beamtung zu einer Diskussion mit dem damaligen Bundesvorstandsmitglied Stefan Heidkamp, der für das Thema „Deregulierung“ verantwortlich war, bewegen können. Das Vorgespräch war ein anderthalbstündiger Schlagabtausch, aus dem wir beide – so glaube ich zumindest - sehr viel mitgenommen haben.

In diesem Jahr haben wir die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Frankfurt intensiviert und z.B. bei der damaligen Bundeskonferenz drei Veranstaltungen organisiert. Ich war so frei, die Veranstaltungen der Frankfurter (was auch zu Anwerbungen führte – aber ich war ja bereits vergeben) aber auch anderer Kreise zu besuchen.

Durch einen Kontakt über die Kreishandwerkerschaft kam es zu ersten Treffen mit den Handwerksjunioren. Im September auf dem Galaabend der Bundeskonferenz hatten Alexander Wald (WJ Frankfurt), Andrea Kilb (Handwerksjunioren) und ich die Idee, die junge Wirtschaft des Rhein-Main-Gebiets zum Dialog zu bewegen. Daraufhin wurden die Kreise des Rhein-Main-Gebiets zum ersten gemeinsamen Treffen am 12.10.1998 in der IHK Frankfurt eingeladen. Wir hatten hierzu die Handwerksjunioren Rhein-Main und die Wirtschaftsjunioren aus Mainz, Friedberg, Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Aschaffenburg und Offenbach eingeladen.

Ein weiteres „highlight“ für uns war die Aktion „Rotes Telefon“ mit Lothar Klemm als Schirmherr und damaliger Wirtschaftsminister des Landes Hessen, für die wir auf der Bundeskonferenz 1998 einen Bundespreis und auf der Europakonferenz 1999 in Berlin den Europapreis erhalten haben.

Im Oktober haben wir die Jumelage mit den WJ St. Lois im Elsaß, die zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre bestand, reaktiviert. Zum ersten Mal habe ich etwas vom internationalen spirit der Wirtschaftsjunioren mitbekommen. Martine, die damalige Sprecherin der dortigen JCIs ist heute Senatorin. Wir treffen uns ab und zu auf internationalen Konferenzen und genießen das jedes Mal sehr.

Für mich persönlich war die „Karriere“ bei den Wirtschaftsjunioren mit diesem Jahr noch nicht zu Ende. Ich wurde auf der Bundeskonferenz in Frankfurt für das Ressort „Existenzgründung/-sicherung“ in den Bundesvorstand gewählt (übrigens hatte mich ein Frankfurter für seine Nachfolge auserkoren). Dieses Amt hatte ich – nach einmaliger Wiederwahl (mehr geht nicht) – insgesamt vier Jahre inne. Dort konnte ich z.B. die Initiative der Bundesregierung „nexxt“ zum Thema Unternehmensnachfolge entscheidend mit anstoßen. Ich behaupte heute selbstbewusst, dass es diese Initiative ohne die Wirtschaftsjunioren nicht gäbe. Ich hatte hier die Möglichkeit auf höchster Ebene mit politisch Verantwortlichen in Kontakt zu treten und Dialog zu führen. Ein wenig stolz macht es mich auch, dass so die eine oder andere Forderung der Wirtschaftsjunioren Eingang in die Politik gefunden hat.

Im Rahmen meiner Bundesvorstandsarbeit bin ich für die Wirtschaftsjunioren weit herumgekommen (die weiteste Reise führte mich nach China und Japan) und war auf vielen internationalen Kongressen. Ich habe einige Nationalvorstände anderer Nationen getroffen und andere Kulturen kennengelernt. Für mich immer wieder faszinierend ist der internationale spirit dieser Organisation. Man kann überall auf dieser Welt gleichgesinnte JCs treffen. Herkunft und Rasse sind hierbei nicht von Bedeutung. Meine Meinung ist, dass die optimale „Weltgesellschaft“ bei den JCs zu finden ist.

Abschließend möchte ich für mich heute Resumee ziehen: ich habe bei den Wirtschaftsjunioren kennen gelernt,

  • wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinauszuschauen,
  • was in mir an bisher unentdecktem Potential steckt,
  • dass nichts unmöglich ist,

und zu guter Letzt habe ich in dieser Organisation wirklich gleichgesinnte Freunde gefunden. Ich persönlich bin sehr froh darüber, dass ich als Geschenk 2002 die Senatorenwürde erhalten habe und so lebenslang Mitglied dieser Organisation sein darf.

Ein allerletzter Nachsatz sei mir noch erlaubt. Wirtschaftsjuniorin in Offenbach zu sein ist etwas besonders. Ich habe selten einen Kreis erlebt, dessen Mitglieder so aktiv sind und auch große Projekte einfach stemmt.


Siegrid Blehle (WJ Offenbach)
Präsidentin 1998


 

 

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Dr. Sigrid Blehle

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