Auszug aus dem Jahrbuch der IHK-Offenbach - 1996

Bosse als Lehrer – Unternehmer stellen sich Schülern
Unter diesem Titel wurde von den Wirtschaftsjunioren Offenbach erstmals 1996 eine neue Form des Dialogs zwischen Unternehmern und Schülern aufgenommen. Anlässlich des DIHT-Kongresses in Offenbach tauschten Präsidenten der Industrie- und Handelskammern in ihrer Funktion als Unternehmer für zwei Schulstunden den Chefsessel mit dem Lehrerpult. In verschiedenen Gymnasien, Real- und Berufsschulen des Kammerbezirkes gab es Wirtschaftsunterricht aus erster Hand.

Neben allgemeinen Fragen der Konjunktur-, Struktur- und Mittelstandspolitik wurden auch brandaktuelle wirtschaftspolitische Probleme wie Arbeitslosigkeit, Euro-Währung oder Tarifverhandlungen behandelt. Ein Schwerpunkt der Diskussionen waren der Wirtschaftsstandort Deutschland und die Entwicklungen in Europa bis hin zur Globalisierung. Die Schüler erhielten wertvolle Tipps über die Anforderungen und Erwartungen der Unternehmer an Nachwuchskräfte. Wenn auch ein Schulabschluss unabdingbar ist, so liegt nicht nur in der schulischen Ausbildung, sondern gerade auch in der Persönlichkeit eines Bewerbers ein wertvolles Potential. Berufsanfänger sollten neben Kontaktfreudigkeit, Motivation und überdurchschnittlichem Interesse und Spaß an den zugewiesenen Tätigkeiten in der heutigen Zeit ein großes Maß an Flexibilität und eine entsprechende Mobilitätsbereitschaft zeigen. Mit zunehmender Internationalität der Wirtschaft gehört dazu auch die Offenheit und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Ländern. Der Rat der Unternehmer an die Schüler ist eindeutig: Jede Gelegenheit Auslandserfahrung zu sammeln sollte genutzt werden. In der Diskussion mit „den Bossen aus dem Osten“ stand die Wendezeit von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft im Vordergrund. Meinungsunterschiede zwischen „den Lehrern“ und Schülern belebten das Gespräch zum Beispiel zum Thema Gentechnik und Atomenergie.

Die Veranstaltungen der Aktion „Bosse als Lehrer – Unternehmer stellen sich Schülern“ wurden von allen Beteiligten als Erfolg gewertet. Die Schüler begrüßten den Bericht aus der Praxis und stellten fest, dass die Schultheorie doch häufig von der Wirtschaftspraxis abweicht. Auch das Fazit der Lehrer war eindeutig: Ein Unternehmer als Lehrer bereichert den Unterricht ungemein. Für die beteiligten Unternehmer haben die Diskussionen einen besonderen Erfahrungswert: Hautnah erleben, was jungen Frauen und Männern unter den Nägeln brennt. Diese positive Resonanz ist für die Wirtschaftsjunioren Anlass, den Austausch zwischen Schule und Wirtschaft/Unternehmen in dieser Form auf zu greifen.

Das Projekt wird 1997 mit dem Besuch von Unternehmern der Region in Schulen des Kammerbezirks fortgesetzt.


Vorstand
Olaf Mayer, Präsident
LUT Luft- und Umwelttechnik GmbH, Offenbach

Andreas Krempel, Vize-Präsident
Rechtsanwälte Dr. Knapp + Kollegen, Offenbach

Johannes Ehlers, Past-Präsident
Heinz Ehlers Garten- und Landschaftsbau, Grünflächenpflege GmbH, Dreieich

Ute Susann Weber, Schatzmeisterin
Schäfer-Druck GmbH, Dreieich

Christian Dapp,
Jahns Regulatoren GmbH, Offenbach


Arbeitskreise
Existenzsicherung
Leiterin:
Katja Kippes
Siemens AG, Offenbach

Öffentlichkeitsarbeit
Leiterin:
Birgit Berdux
Berdux GmbH / Hausverwaltung, Offenbach

Schule / Schüler
Leiter:
Oliver Gärtner
Karl Mayer GmbH, Obertshausen

Wirtschaft und Gesellschaft
Leiterin:
Sigrid Blehle
Farben-Blehle GmbH, Hainburg

 


 

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Besichtigung EVO

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Besichtigung: Karl Mayer

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Veranstaltung: Zukunft Mittelstand, mit Dr. Heinz Riesenhuber

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