Auszug aus dem Jahresbericht der IHK Offenbach - 1991

Wirtschaftsjunioren: Highlights 1991

Weltkonferenz 1995 Rhein-Main – ein Traum
Mitnichten, wenn man die Pressekonferenz am 5. Juli im Scandic-Crown Hotel verfolgt hatte. Die Wirtschaftsjunioren der Rhein-Main-Region, die dort gemeinsam mit der Stadt Offenbach das Projekt vorstellten, sind mehr als nur zuversichtlich. „Mitbewerber für dieses Großereignis ist die schottische Metropole Glasgow, der man aber wenig Chancen einräumt“, so Peter Herdt, Betreuer des Projektteams Öffentlichkeitsarbeit. „Für Rhein-Main spricht die gute Verkehrssituation, Internationalität und die Erfahrungen der deutschen Wirtschaftsjunioren bei der Ausrichtung derartiger Großereignisse. Darüber hinaus muss gesagt werden, dass die letzte Weltkonferenz 1989 in Birmingham stattfand“, führte Hans-Werner Lindgens als Argumente für Rhein-Main an. Die Weltkonferenz findet einmal jährlich im November statt. Sie ist das internationale Forum der Wirtschaftsjunioren. Die Entscheidung über den Austragungsort 1995 wird auf der Weltkonferenz 1992 in Miami getroffen. Da sich im Moment nur eine Stadt als Ausrichter bewerben kann, fungiert Frankfurt, aufgrund des Bekanntheitsgrades, weltweit als offizieller Bewerber. Die Wirtschaftsjunioren aus Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden unterstützen dieses Vorhaben finanziell, ideell und personell. Sollte Frankfurt auserkoren werden, wird die Region Rhein-Main städteübergreifend davon profitieren. Für 1995 rechnet man mit mehr als 5.000 Teilnehmern aus 40 Ländern. An sieben Tagen werden mehr als 100 Seminare, Workshops, Podiumsdiskussionen und gesellschaftliche Veranstaltungen stattfinden.

Minister Welteke bei den Wirtschaftsjunioren zu Gast
Für alle Bewohner des Rhein-Main-Gebietes ist der Frankfurter Großflughafen ein aktuelles Thema. Der geplante Ausbau ist umstritten, die Meinungen über die wirtschaftliche und technische Notwendigkeit gehen weit auseinander.
Mit der Frage „Flughafen Frankfurt Main – Moloch oder Wirtschaftsmotor“ hat der Arbeitskreis Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Oktober ein heißes Eisen angepackt.
Bei der Podiumsdiskussion in der Industrie- und Handelskammer erschienen hochkarätige Gäste, um mit dem hessischen Minister für Wirtschaft und Verkehr, Ernst Welteke, über Fragen zum geplanten Flughafenausbau zu diskutieren.

Hilfestellung für Schulabgänger
Im November stellten die Wirtschaftsjunioren Offenbach ihren neuen „Bewerber-Service“ vor. In einem dick gefüllten Ordner wurden Ausbildungsplätze, Praktikantenstellen und Möglichkeiten für Betriebsbesichtigungen in Stadt und Kreis Offenbach zusammengetragen und den Schulen zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Zu alt für die Berufsausbildung? - 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur“ wurden die Ordner den anwesenden Schulleitern übergeben.
1992 soll dieses Projekt um den Bereich „Bewerbungen und Bewerbungsgespräche“ ausgeweitet werden.

Wirtschaftsjunioren informieren über Möglichkeiten der Unternehmenssicherung
„Erfolg durch Strategie“ war der Titel eines Vortrages von Dr. Wurl, Unternehmensberatung Peat Marwick Treuhand GmbH, der auf Initiative des Arbeitskreises Existenzgründung / Existenzsicherung im Februar in Neu-Isenburg stattgefunden hat.
An diesem Abend hatten Selbständige, Unternehmer und leitende Angestellte die Möglichkeit, sich über Strategien und Verfahrensweisen zu informieren, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen können.

Das rote Telefon zur Wirtschaft
Fachleute der Wirtschaft standen im März in der Commerzbank Offenbach allen Existenzgründungswilligen am Telefon vier Stunden für Auskünfte zur Verfügung. Spezialisten für EDV, Marketing, Finanzierung, Steuerrecht und Allgemeinrecht beantworteten mit Fachkenntnis die Fragen der Anrufer.

Unternehmensgründung
Wie wird ein zukunftssicheres Unternehmen gegründet? Worauf muss bei einer Unternehmensübernahme geachtet werden? Dies waren nur einige Fragen, die der Unternehmensberater Alfred Petermann bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren im April in Neu-Isenburg dem interessierten Publikum beantwortet hat.

Schülerquiz zu Wirtschaftsfragen
Vom Arbeitskreis Schule/Schüler wurde unter den Schülern des Offenbacher Kammerbezirks im April die Lokalausscheidung dieses bundesweiten Wettbewerbs in Offenbach mit großem Erfolg durchgeführt. Teilnehmer von der August-Bebel-Schule (Offenbach), der Max-Eyth-Schule (Dreieich) und der Georg-Kerschensteiner-Schule (Obertshausen) stellten sich mit Erfolg den Fragen der Jury.
Mit dieser Initiative der Offenbacher Wirtschaftsjunioren soll das Interesse für Wirtschaft bei den Schülern geweckt und vorhandenes Wissen verfestigt werden.

Hannovermesse 91
Bundesweit werden von den Wirtschaftsjunioren seit 1986 Redakteure von Schülerzeitungen auf die Hannovermesse eingeladen. Der Arbeitskreis Schule/Schüler ermöglichte im April zwei Schülerredakteuren aus dem Kreis Offenbach diese Informationsreise, die von einem Mitglied des Arbeitskreises begleitet wurde.

Bevölkerungsumfrage zum Öffentlichen Nahverkehr
Der Bau der S-Bahn hat in Stadt und Kreis Offenbach nicht nur den verkehr zum Kochen gebracht. Die Wirtschaftsjunioren Offenbach wollten im Mai wissen, wie die Bürger zu „ihrem“ Nahverkehr und insbesondere zur neuen S-Bahn stehen.
Im Herzen der Innenstadt hat der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit die Passanten direkt nach ihrer Meinung gefragt.

Schüleraustausch
Im Mai waren 17 polnische Gymnasiasten bei den Wirtschaftsjunioren Offenbach zu Gast. Die Schüler, ausnahmslos Klassenbeste im Fach „Deutsch“, waren in den Familien der Mitglieder untergebracht und hatten im Rahmen des Programms ausgiebig Gelegenheit, Stadt und Kreis Offenbach kennenzulernen.
1992 folgt der Gegenbesuch Offenbacher Schüler in Polen, der ebenfalls von den Wirtschaftsjunioren finanziell unterstützt werden wird.

Das „A“ und „O“ der freien Rede
Während eines Rhetorik-Seminars der Wirtschaftsjunioren galt es im November freies Reden, richtige Wortwahl und angemessene Gestik zu üben. Rollenspiele und Beispiele halfen den Teilnehmern, sich selbst besser einzuschätzen und zu lernen, wie Anliegen, Meinungen und Vorschläge im Berufs- oder Privatleben erfolgreicher vorgestellt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt dieses ausgebuchten Seminars war die Moderationstechnik, also die Kunst eine Sitzung oder Veranstaltung sicher zu leiten.
Aufgrund der großen Nachfrage wird das Seminar 1992 wiederholt werden.

Und noch vieles mehr ...
1991 war ein aktives Jahr für die Wirtschaftsjunioren der IHK Offenbach. Neben den bereits aufgeführten Highlights wurden Betriebsbesichtigungen durchgeführt und Kontakt zu anderen kreisen gepflegt. Aber auch Schnupper-Stammtische für Interessenten veranstaltet und vieles unternommen, um die Probleme der Wirtschaft und Politik so transparent wie möglich darzustellen und junge Unternehmern viele Informationen zu bieten.

Chronologie

21.02.1991

Vortragsveranstaltung „Wie sichere ich die Zukunft meines Unternehmens?“

15.04.1991

Schülerquiz, Preisverleihung

25.04.1991

Veranstaltung „Existenzgründung und –sicherung“

04.05.1991

Bevölkerungsbefragung „Verkehr“

02.08.1991

Besuch der Burgfestspiele in Bad Vilbel

20.08.1991

Finnischer Abend

23.-25.08.1991

Besuch der Wirtschaftsjunioren in Schopfheim

18.-20.10.1991

Weiterbildungsseminar „Rhetorik für Führungskräfte“

29.10.1991

Podiumsdiskussion „Flughafenausbau“, mit Ernst Welteke, hess. Minister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie

25.11.1991

Podiumsdiskussion „Zu alt für Ausbildung“

27.11.1991

Jahreshauptversammlung


Wirtschaftsjunioren (Stand 31.12.1991)

Vorstand
Jürgen Pietrek, Präsident
MODUS GmbH, Heusenstamm

Yvonne Pälz, Vize-Präsidentin
Inter Air Voss Reisen GmbH, Frankfurt

Peter Herdt, Past-Präsident
Peter I. Herdt KG Stahlbau, Rödermark

Hans-Jürgen Maschke, Schatzmeister
Commerzbank AG, Offenbach

Jörg Siebert
Offenbacher Etikettenfabrik, Offenbach

Jürgen Weber
Schäfer Druck GmbH, Dreieich


Arbeitskreis Existenzgründung-Existenzsicherung
Leiter: Dr. Frank Püllen

Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit
Leiterin: Alexandra Nieder

Arbeitskreis Schule / Schüler
Leiter: Thomas Lindner

Arbeitskreis Twinning
Leiter: Karl-Bernd Telger

Arbeitskreis Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik
Leiter: Manfred Rieth


 

 

1991_WEKO_95_EIN_TRAUM.JPG
Bewerbung für Weltkongress 1995 im Rhein/Main Gebiet

 

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