Auszug aus dem Jahresbericht der IHK-Offenbach - 1986

 

20 Jahre Wirtschaftsjunioren Offenbach


In einem Festakt, verbunden mit einem Empfang für viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, begingen die Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main im März 1986, zusammen mit ihren Freunden aus dem französischen Partnerkreis St. Louis und zahlreichen Wirtschaftsjunioren der Nachbarkreise Frankfurt, Darmstadt, Friedberg, Hanau und Wiesbaden, in Gegenwart von Vertretern des Landes- und Bundesvorstandes der Wirtschaftsjunioren ihr zwanzigjähriges Jubiläum.

Der damalige Kammerpräsident Alois Bromkamp bescheinigte dabei den jungen Unternehmern in seinem Grußwort: „Sie sind innerhalb der deutschen Wirtschaftsjunioren-Landschaft ein besonders profilierter, aktiver und ideenreicher Kreis, der unsere Kammer personell und sachlich wesentlich angeregt und bereichert hat und dessen Existenz für die Wirtschaft unseres Kammerbezirks unverzichtbar geworden ist. Die Junioren haben das Ansehen der Kammer und der Wirtschaft unserer Region allgemein vor Ort, überregional und international gemehrt“. Diesem Urteil hat sich auch sein Nachfolger, Präsident Rudolf Thiels, voll angeschlossen.

Das heutige Vollversammlungsmitglied der IHK Offenbach am Main Walther Berdux gab als Mitbegründer des Juniorenkreises in seiner Festansprache einen Rückblick auf zwei Jahrzehnte Offenbacher Wirtschaftsjuniorenarbeit. Er hob dabei drei Akzente hervor:

  • die überregionale und internationale Arbeit,
  • die soziale Projektarbeit und
  • die wirtschafts-, gesellschafts- und bildungspolitische Arbeit.


Im einzelnen führte Berdux hierzu wörtlich aus:

„Dem unter seinem ersten Sprecher, dem allzu früh verstorbenen Dr. Reinhold Kurth, flügge gewordenen Juniorenkreis wurden bald überregionale Aufgaben übertragen und damit zeigt sich sehr früh ein weiteres, nie mehr vergessenes Charakteristikum der Offenbacher Wirtschaftsjunioren: der intensive Drang zur überregionalen und internationalen Arbeit und zur lokalen und nationalen Grenzüberschreitung.

Schon 1968/69 war Offenbach der damals sogenannte Vorortkreis der hessischen Junioren, der auch 1968 den „Hessischen Juniorentag“ in Offenbach veranstaltete, und Wolfgang Kappus war „Bundesbeauftragter“. Sicher hat der heutige Kammer-Vizepräsident damals auch eine erste Grundlage für seine Wahl 1971 zum Executive Vice President der internationalen Juniorenvereinigung Jaycees Junior Chamber International gelegt, auf die wir heute noch stolz sind, ebenso wie auf die JC-Officers Anita Bennett-Keenan und Madan Arora. Ich sagte, dass dieser Traditionszweig nie abgebrochen ist, und so ist es nicht erstaunlich, dass immer wieder Offenbacher Junioren im Landes- und Bundesvorstand saßen, bis heute, wo Helmut Gaus 1985 zum Bundesvorstandsmitglied gewählt wurde. Bernd Kopp und Klaus Altenheimer wurden 1976 und 1981 zu hessischen Landesvorsitzenden für zwei Jahre gewählt, wobei letzterer sich dabei auf eine gelungene Landeskonferenz in Offenbach 1977 stützen konnte.

Den zweiten Akzent möchte ich bei der sozialen Projektarbeit setzen und hier drei Ereignisse anführen: Das erste große Vorhaben, die Unterstützung eines Spastikerheimes, konnte mit der Eröffnung dieses Offenbaucher Hauses 1974 vorerst abgeschlossen werden. Dabei nenne ich beispielhaft die Namen Eck, Ischebeck, Gross und Rosenbusch. Die Fortsetzung der Arbeit in einem Verein mit vielen Junioren als Mitgliedern erinnert an das bis dahin in seinem Umfang und seiner professionellen Anlage bedeutendste Projekt der Offenbacher Wirtschaftsjunioren, der „Kinderhilfe ´83“ unter dem Ersten Sprecher Dieter Hofmann. Heute wird es weitergeführt in der Kinderhilfestiftung e.V., dem auch die Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main noch eng verbunden ist. Das erste Ziel des Projekts, ein Anbau im Kinderheilkundezentrum des Uniklinikums Frankfurt steht vor der Verwirklichung.

Das dritte Projekt berührt den bereich der Entwicklungshilfe: Ich nenne die Stichworte „Leprahilfe Pakistan“, für die 1980 ein preis der JCI-Weltkonferenz in Osaka verliehen wurde, und beispielhaft die Namen Thomas Stützer und Heinz Schmidt, sowie 1982 das Projekt Buenaventura/Kolumbien. Der von der Stadt Offenbach zur Verfügung gestellte Sanitätskraftwagen mit Arzneimitteln konnte kostenfrei nach Südamerika geliefert werden. An dieser Stelle ist außer dem Namen des damaligen Sprechers Udo Heinzerling unter anderem auch der Magistrat der Stadt Offenbach mit Oberbürgermeister Dr. Walter Suermann und dem früheren Bürgermeister Josef Petermann an der Spitze zu erwähnen, mit deren Hilfe vieles verwirklicht werden konnte, was zunächst aussichtslos erschien. Dies gilt auch für die Verbindung zu Padua in den vergangenen zwei Jahre.

Dagegen ist unsere enge Partnerschaft mit St. Louis, getragen von vielen persönlichen Freundschaften, ein festgefügter Bund, seitdem in meinem Sprecherjahr 1978 die von Klaus Altenheimer vorbereitete Jumelage in Offenbach und im darauffolgenden Jahr in St. Louis die Rückverschwisterung im Amtsjahr meines Nachfolgers Günter Jucht stattfand. Auch wenn zuweilen zweimal etwas ruhigere Zeiten in dieser Partnerschaft eintreten: sie beleben sich immer wieder neu und ist aller Anstrengung wert.

Die wirtschafts-, gesellschafts- und bildungspolitische Arbeit unserer Vereinigung ist der dritte Schwerpunkt, dessen es hier zu gedenken gilt. Als sogenannter Alt-Junior oder, im Insider-Jargon: „Üvie“, begrüße ich es sehr, dass (mit dem der Ansprache folgenden Referat) von Alfred Grosser über deutsch-französische Fragen in mehrfacher Hinsicht an bewährtes, das meine Junioren-generation mit aufgebaut hat, angeknüpft wird, zum einen an unseren deutsch-französischen Freundschaftsbund, und zum anderen an die Aufnahme des gesellschaftspolitischen Dialogs.

Dabei denke ich zum Beispiel, wahllos das Jahr 1980 herausgreifend, an die große Veranstaltung zum Nord-Süd-Dialog und an die Podiumsdiskussion mit dem seinerzeitigen Bundesminister Dr. Schmude und seinem damaligen niedersächsischen Kollegen Remmers oder, weiter zurück, die Veranstaltung 1978 mit den damaligen Bundesgeschäftsführern der CDU, SPD und FDP und die Gesprächsrunde mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht im gleichen Jahr. Oder, noch weiter zurück, 1975/76, die Anerkennung der Ergebnisse unseres damaligen Arbeitskreises Bildungspolitik bei den Bundeskonferenzen in Mannheim und Lübeck, verbunden mit den Namen von Kiesling, Dagmar Dörner-Primavesi, Klaus Schöneich u.a., und das Lehrstellenbeschaffungsprojekt 1978, belohnt mit einem Bundespreis in Oldenburg, oder die Podiumsdiskussion der Jung-„Parteivorsitzenden“, die Verleihung des Bundespreises für das „Spastiker-Projekt“, oder, um schließlich noch zwei ganz andere Akzente zu setzen, das Gemeindedienstprojekt „Kulturführer für die Stadt und den Kreis Offenbach“, wo uns neben der Stadt auch gerade der Kreis Offenbach, insbesondere dessen 1. Beigeordneter Alfons Faust, hervorragend unterstützt hat, getragen von der Initiative des Sprechers 1981, Detlef Holz, ausgezeichnet 1982 auf der Bundeskonferenz in Münster, und schließlich 1984/85 die Ausstellungen Padua/Offenbach in beiden Städten, wobei hierzu die Namen der beiden letzten Sprecher Linnemann und Lonnendonker zu zitieren sind. Oder vielleicht noch der Betriebspraktikantenstellen-Nachweis, 1985 bereits in 3 Auflagen erschienen, besonders zu verdanken u.a. den ehemaligen und heutigen Arbeitskreismitarbeitern- und –leitern Helma Fischer, Dr. Claus Weichlein und Manfred Rieth.

Alles dieses, was hier beispielhaft ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit und Systematik von mir angeführt wurde, gehört neben unendlich vielem anderen zu den unvergessenen Fundus an Erlebnissen und Erfahrungen, die niemand, der aktiv dabei war, missen möchte. All das hat mich und alle, denen es zusammen mit mir, nach mir oder vor mir vergönnt war, geprägt, und so haben alle, die einmal Juniorenarbeit an irgendeiner Stelle mitgestaltet haben, Dank zu sagen, dass es diese Institution Wirtschaftsjunioren gibt, und dass sie uns hier in Offenbach von unserer Industrie- und Handelskammer – wobei hier unbedingt der Name meines langjährigen Freundes Eberhard Mittwich fallen muss – zur Verfügung gestellt wird.


Die zweite Jubiläumsveranstaltung 1986 war der Geselligkeit und dem sozialen Engagement zugleich gewidmet. Am 25.10.1986 fand der Ball der Wirtschaft 1986 im Hotel Kempinski Gravenbruch unter dem Patronat von Präsident Rudolf Thiels und unter der Leitung von Sprecherin Helma Fischer als Jubiläumsball der Offenbacher Wirtschaftsjunioren statt, wobei als Novum die Spielbank Wiesbaden einen Rouletttisch mit professionellen Croupiers ausschließlich zugunsten der beiden hauptsächlichen sozialen Projekte in der Geschichte der Offenbacher Wirtschaftsjunioren, nämlich dem Spastikerheim und der Kinderhilfestiftung, entwickelte und nach dem Ball mit respektablen „Spielgewinn“ als Spenden bedacht werden konnten.

Veranstaltungen
29.01.1986 Besichtigung des Instituts für Wasser-, Boden- und Lufthygiene in Langen
12.02.1986 Aschermittwoch-Fischessen, Seligenstadt
20.02.1986 PR-Informationsveranstaltung
07.03.1986 Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Wirtschaftsjunioren Offenbach“
19.03.1986 Besuch des Panzerbataillons in Kühlsheim
18.-20.04.1986 Elsaß-Fahrt
29.04.1986 Besichtigung der Hessischen Industriemüll GmbH
27.05.1986 Politischer Stammtisch
26.06.1986 Besuch der Frankfurter Messe
02.09.1986 Politischer Stammtisch
13.09.1986 Fahrradrallye
25.09.1986 Informationsveranstaltung zum Frankfurter Kaiserstraßen-Millieu
22.10.1986 Veranstaltung mit Prof. Dr. König
25.10.1986 Ball der Wirtschaft 1986
12.11.1986 DB-Veranstaltung im Frankfurter Hauptbahnhof
17.11.1986 Jahresmitgliederversammlung des Förderkreises
28.11.1986 Jahresmitgliederversammlung

 

Vorstand
Helma Fischer (1. Sprecherin)
Steinmetz´sche Buchhandlung, Offenbach

Anita Friedel-Beitz (2. Sprecherin)
Abschleppdienst Offenbach GmbH, Offenbach

Hans Enders
Volksbank Bürgel eG

Erwin Heberer
Gela Gehör-, Lärm- und Arbeitsschutz GmbH, Heusenstamm

Otto Lonnendonker (Sprecher 1985)
Braas & Co GmbH, Heusenstamm

 


 

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