Auszug aus dem Jahrbuch der IHK-Offenbach - 1966

Ähnlich wie die Öffentlichkeitsarbeit ist auch die Juniorenarbeit erst in den Jahren nach dem Krieg von den Kammern aufgenommen worden. Sie gehört also nicht zu einem sog. klassischen Arbeitsgebiet einer Handelskammer wie dies z. B. bei Rechts-, Verkehrs- oder Außenhandelsfragen der Fall ist. Oftmals schon haben die Kammern in ihrer Vergangenheit aus sich ergebenden besonderen Lagen und Umständen die Konsequenz zum Handeln gezogen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Berufsausbildung, die dank der Initiative der Kammern auf den Stand gelangen konnte, auf dem sie sich heute befindet.

Der Krieg und die erste Nachkriegszeit waren unmittelbare Veranlassung für die Errichtung von Juniorenkreisen. Die junge Unternehmerschaft war nicht nur von internationalen Verbindungen abgeschnitten, sondern hatte auch kaum Gelegenheit, die moderne Unternehmens- und Wirtschaftsentwicklung kennen zu lernen. Aus dieser isolieren Lage heraus stellte sich in der Nachkriegszeit ganz von selbst das Verlangen ein, über neuere Erkenntnisse auf dem Gebiet der Unternehmens- und Wirtschaftsführung unterrichtet zu werden, um auf diese Weise aus der Isolation der Kriegs- und Nachkriegszeit heraus zu kommen.

Die Juniorenkreise boten erste Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme; sie machten mit den inzwischen eingetretenen wirtschaftlichen und auch politischen Entwicklungen bekannt. Vorträge, Seminare, Besichtigungen, Diskussionen über wirtschaftliche und politische Fragen, aber auch Zusammenkünfte gesellschaftlicher Art, boten hierzu Gelegenheit.

Daneben versprach man sich von den Juniorenkreisen auch Nachwuchs für die ehrenamtliche Tätigkeit der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, wobei nicht nur an die Vollversammlung und die Ausschüsse der Kammer zu denken ist, sondern auch an die zahlreichen Institutionen des öffentlichen Lebens, für welche die Kammer ehrenamtlich tätige Unternehmer als Mitarbeiter vorschlägt und nicht zuletzt auch an die zahlreichen Wirtschaftsverbände.

Die Mitgliedschaft in den Juniorenkreisen war von vornherein nicht streng auf die Söhne und Töchter von Unternehmern beschränkt, sondern auch für junge Angestellte möglich, die für spätere Führungspositionen in den Betrieben ausersehen waren. Mittlerweile trat eine Konsolidierung der Juniorenkreise ein und sie sind heute längst zu einem festen Bestandteil der Kammerarbeit und fast zu einem belebenden Element in der Kammertätigkeit geworden.

Diese Gedanken gaben auch unserer Kammer Anlass zur Bildung eines Juniorenkreises, der am 9. September 1964 zum erstenmal zusammentrat. Mittlerweile hat er sich auch eine von der Vollversammlung der Kammer gebilligte Satzung gegeben.

Folgende Redner und Themen kamen bei den Zusammenkünften des vergangenen Jahres zu Wort bzw. wurden behandelt:

11.01.1966

Gemütliches Beisammensein im Bürgerhaus Hausen

11.02.1966

Karnevalskostümball im Bootshaus Hellas

08.03.1966

Hauptgeschäftsführer Dr. Glück: „Die IHK Offenbach – ihre Aufgaben und ihre Stellung“ Stellv. Hauptgeschäftsführer Hellwig (Handwerkskammer Darmstadt): „Die Aufgaben der Handwerkskammer“

25.03.1966

Besichtigung der Sektkellerei Kupferberg in Mainz

05.04.1966

Gert P: Spindler: „Unternehmensführung zwischen Wettbewerb und sozialer Verpflichtung“

03.05.1966

Oberbürgermeister Dietrich: „Kommunalpolitische Auswirkungen des Troeger-Gutachtens“

24.05.1966

Besichtigung einer Datenverarbeitungsgroßanlage der Firma Bull General Electric

07.06.1966

Walter Hesselbach, Vorstandsvorsitzender der Bank für Gemeinwirtschaft und Ernst Wilhelm Mänken, Redakteur des Industriekuriers: „Die Unternehmungen der Gewerkschaften“

20.06.1966

Finanzpräsident Schröder: „Aktuelle Fragen der steuerlichen Betriebsprüfung“

06.09.1966

Podiumswahl der Kandidaten zur hessischen Landtagswahl

17.09.1966

Ausflugsfahrt nach Würzburg, Iphofen und Rothenburg o. d. T.

22.11.1966

Mitgliederversammlung und Vortrag von Dipl.-Kfm. Uebler, IBM Deutschland, über „Aufbau und Arbeitsweise eines elektronischen Datenverarbeitungssystems“

05.12.1966

Finanzpräsident Schröder: „Die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung im neuzeitlichen Rechnungssystem“

 


 

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